Recht auf Unversehrtheit

Recht auf Unversehrtheit
Dass wir Bundesbürger und EU-Bürger per Gesetz das Recht auf Unversehrtheit an Leben und Gesundheit haben, wird von uns doch eigentlich nicht hinterfragt. Wie sehr diese Rechte nur auf dem Papier stehen und nicht verwirklicht werden, sollte manchen wundern. Aber Gott sei es gedankt, stehen sie wenigstens „auf dem Papier“ und von daher können sie auch von uns eingeklagt werden.
Es gibt den Paragrafen 1004 aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Der besagt, dass man Anspruch auf Reparatur oder Unterlassung hat, wenn das, was einem gehört, durch jemanden beeinträchtigt wird.
Die Frage, die sich daraus ergibt ist: Tut unsere Regierung und der Zusammenschluss der Europäischen Union alles, was ihnen zur Verfügung steht, um uns dieses Recht zu garantieren? Und die Antwort darauf ist ganz klar: Nein, sie tun es nicht.
Sie sorgen nicht dafür, dass durch die CO2-Emmissionen die Erderwärmung unter 2° bleibt, weil dafür
1.    die Steinkohleproduktion beendet oder zu einem großen Teil reduziert werden müsste. Das kann nicht erst passieren, wenn die Werte auf 3° oder 4° stehen. Dann ist es lange schon zu spät.
2.    Es müssten alle alten Kernkraftwerke Europaweit stillgelegt werden und zwar nicht erst nach 2023. Sie laufen in hohem Maß für alle Bürger überaus gefährlich. Große Gefahr geht zumindest für diejenigen von ihnen aus, die in ihrer Nähe wohnen.
3.    Die Autoindustrie produziert weiterhin mit hohen Abgaswerten – sogar bei Neuproduktionen. Etliche kritische TV-Redaktionen haben bereits darüber berichtet. Dies wird scheinbar auf Regierungsebene nicht bekannt.
4.    In den Städten wird nicht aktiv genug für eine Reduktion der CO2-Werte gesorgt. Hier könnten kostenlose Nahverkehrssysteme organisiert werden. Das würde die Autoindustrie jedoch empfindlich angreifen.
5.    Die großen Cruiser fahren weiterhin mit billigem, in einem Höchstmaß giftigem, Schweröl aus, ohne dass sie mit einer Umweltsteuer belegt würden. Die Buchungen sind von 2017 auf 2018 um über 800 % gestiegen!
6.    Billigflieger werden subventioniert anstatt das Kerosin zu versteuern. Dann würde ihr Flugpreis steigen und sie wären ad hoc keine Billigflieger mehr aber sie würden auch weniger gebucht werden.
7.    In die Weltmeere wird nach wie vor Plastikmüll (maßgeblich von Drittländern zwar) entsorgt, was durch die Fische in die Nahrungskette für uns Menschen gelangt. Es würde eine Aufklärung über die Tatsache der Verschmutzung helfen, dass der Kauf bei uns zurück geht.
8.    Bauern, die Massentierhaltung betreiben und großflächige Landwirtschaft, werden nach wie vor finanziell unterstützt. Das ist sowohl ein Verbrechen gegen die Tiere als auch eine Schädigung unserer Gesundheit durch manipuliertes Tierfutter sowie den Einsatz von in Verdacht stehenden krebsgefährdenden Pestiziden, wie Glyphosat.
Das ist nur eine Auswahl an verantwortlichen Umwelt-Schädigern. Bei jedem einzelnen ist deutlich, dass die Regierung, die unsere Gesundheit schützen müsste, dies nicht tut, weil es jeweils die Kapitalmächtigen sind, die die Zerstörung tragen. Das geht jetzt aber nicht mehr. Wir sind am Ende dessen, was der Planet noch (er)tragen kann, angekommen. Dabei habe ich nicht mal die prognostizierte Wassernot aufgegriffen und auch nicht die Gletscherschmelze und die klimabedingten Starkregen und Überschwemmungen.

Eine weltweite Erhöhung des Klimas auf 3° bedeutet für uns in Deutschland, dass es unsere Küstenstädte in erreichbarer Nähe nicht mehr geben wird. Die Regenwälder heizen sich bis auf 50° mit einer Luftfeuchtigkeit von 90 % auf. Tiere dort können das nicht überleben. Man rechnet mit 400 Millionen Klima-Flüchtlingen von Nord nach Süd, von Afrika nach Europa, von Südamerika wo hin? von Nordamerika nach Alaska? In China werden bereits jetzt unüberwindbare Zäune zu Indien gezogen, weil man mit Dürre und Wassernot in Indien (was es ja jetzt schon gibt) in verheerenden Ausmaßen rechnet.

Damit mein Apell nicht falsch verstanden wird: Ich bin weder gegen die EU noch bin ich im mindesten zu verbinden mit Aufrufen rechter Gruppierungen oder Parteien. Viel mehr möchte ich ein Baustein der Schaffung von Aufmerksamkeit für die von Menschen gemachte Umweltzerstörung sein. Ich finde es in dieser Zeit extrem wichtig, dass wir uns in Umwelt-Verbänden organisieren und natürlich auch, dass wir bei uns selbst anfangen und unseren Konsum neu gestalten:

•    Möglichst keine Ölheizungen, Strom sparen, umsteigen auf erneuerbare Energien.
•    Das eigene Auto öfter mal stehen lassen. Das Fahrrad ist das Vehikel der Zukunft.
•    Weder mit dem Kreuzfahrtschiff noch mit dem Flieger Kurztrips machen.
•    Fische aus Meeresbecken, Fleisch aus Massentierhalten oder besser ganz ablehnen.
•    Plastik im eigenen Haushalt und Bad reduzieren bzw. abstellen.
•    Ausschließlich BIO-Ware essen, trinken sowie BIO-Kosmetik verwenden.
Immer schon war historisch die Aufmerksamkeit für eine drohende Gefahr und die Information sowie Verbreitung darüber eine mögliche Rettung, das schlimmste abzuwenden. Machen wir so weiter, wie bisher, steuern wir in den sicheren Untergang.
Die Frau, die mich indirekt dazu bewegte, diesen Blog zu schreiben, ist eine Rechtsanwältin, die bei der EU das „Recht auf Unversehrtheit“ einklagt. Ich habe sie am 19.08. im TV bei Anne Will gesehen:
https://daserste.ndr.de/annewill/Verheyen-Langeoog,annewill5686.html
Dr. Roda Verheyen, geb. 1972, Studium in Hamburg, Oslo und London, seit 2006 Rechtsanwältin
Von 1998 bis 2001 internationale Klimakampagne von Friends of the Earth International. Von 2001 bis 2006 selbstständige Beraterin, u.a. für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, das Bundesumweltministerium, Mitglied der deutschen Delegation zur Klima-Rahmenkonvention. 2002 Gründung des internationalen Netzwerks Climate Justice Programme (www.climatelaw.org) mit Peter Roderick.
Aus der gleichen Sendung finde ich sehr empfehlenswert für Prognosen zum Klima:
Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher
https://www.scoopnest.com/de/s/Klimaforscher%20Hans%20Joachim%20Schellnhuber/

 


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