Schönheit

Kürzlich habe ich in einer TV-Doku, die eine Frau quer durch die Welt gedreht hat, gesehen, wie auf die Frage „Wie findest Du Dich
– findest Du Dich schön?“ von den meisten Frauen die Antwort kam, dass sie sich hässlich finden (engl. disgusting: ekelhaft,
wiederwärtig). Keine von ihnen hatte auch nur im entferntesten Grund für diese Aussage. Fast zeitgleich fand “Dove” in einer
Erhebung heraus, dass nur 4 % der befragten Frauen sich selbst als schön einstuften. Beides hat mich sehr erschüttert.
Die Beauty-Industrie ist eine der umsatzstärksten Geschäftszweige weltweit. Von dort weht der Wind, der uns sagt, was wir alles tun
müssen, um uns annähernd beauty zu fühlen oder zumindest nicht disgusting. Bezeichnenderweise trifft es fast ausschließlich das
weibliche Geschlecht, die sich äußerlich so dermaßen abwerten. Den Frauen fehlt immernoch das Gefühl für die Schönheit des
eigenen Körpers und Gesichtes. Hatten wir denn jemals eine positive Einstellung dazu?
Bei dem Bestreben um eine natürliche Ausstrahlung habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich auf einer anderen Seite des Universums
stehe. Dabei geht mir nicht darum, dass wir Frauen wie Öko’s rumlaufen sollten. Aber ich finde es ätzend, wenn ich hören muss, dass
es Frauen egal ist, womit sie ihre Wimpern verkleben, ihre Gesichtsporen verstopfen oder was sie sich auf die Lippen schmieren.
Was der Mode-Industrie für unser Outfit gelingt, schafft die Beauty-Industrie für die Wirkung unserer unmittelbaren Ausstrahlung -
Gesicht und Haare - erst recht. Je weiter das echte Gesicht hinter der Fassade verborgen ist, desto mehr Beauty-Punkte hat das Foto
bzw. die Frau. Großartig fand ich die Aktion mit den Fotos von Alisha Keyes, Heidi Klum und Christina Aguilera, auf denen sie unge-
schminkt sind. Es ist unglaublich, wie schön diese Frauen in Wirklichkeit sind, wenn die ganze Farbe runter ist.
Bei meinem Make Up geht es mir um genau dieses Gesicht, was seine Seele zeigt. Es ist schwierig, sich so zu äußern und dabei
trotzdem nicht zu werten und zu urteilen. Eigentlich möchte ich nur einen Apell an die Mädels und Frauen richten, dem „künstlichen
Gesicht“ nicht so viel Pluspunkte zu geben. Es geht darum, uns zu gestatten, dass wir uns – so, wie wir sind – schön fühlen dürfen.
Erkenne Deine Schönheit und feiere sie. Versuche, zu ergründen, wo das herkommt, dass Du Dich nicht schön fühlen kannst.
Diesem Dämonen gib keinen Raum mehr! Liebe und lebe Dich, so wie Du bist.
Karin Hunkel


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