Unsere Umwelt-Aktivitäten

Jeder für sich kann unheimlich viel tun und in der Gesamtheit auch viel erreichen. Für mich gilt es doppelt: Als Privatmensch und als Produkt-Herstellerin. Mit unseren Produkten kann ich an dieser Stelle sehr zufrieden sein. Sie sind natürlichen Ursprungs, in Deutschland produziert, von - mit Sorgfalt ausgewählten Firmen – eingekauft, als Naturkosmetik zertifiziert, natürlich ohne Tierversuche und natürlich auch ohne tierische Rohstoffe (vegan), nebenbei Halal, glutenfrei und palmölfrei.

Ein Dorn im Auge ist für mich aber immer noch unsere Primärverpackung, sprich: Unsere Plastikdöschen.
Dazu möchte ich jetzt gleich zu Beginn den Jahres Stellung beziehen:

1. Wenn wir könnten, würden wir unsere Puder in Gläsern abfüllen, obwohl Gläser keine gute CO2-Bilanz haben. Glas braucht in der Produktion viel Sand als Rohstoff und ist auch eben nicht so praktisch, wie Plastik. Plastik ist leicht im Versand und auch in der Handtasche. Es droht nicht, in Scherben zu zersplittern, wenn im Bad auf die Kacheln fällt. Außerdem braucht das Puder ein Sieb und das ist in jedem Fall aus Plastik. Dieses Sieb hält bislang nicht auf Glas (wir arbeiten aber daran). In diesem Sieb liegt der hauptsächliche Grund, warum wir immer noch in Plastikdosen abfüllen. Aber unsere Dosen haben wenigstens das Zertifikat von ISO 9001 und enthalten keinerlei toxische Stoffe. Es kann in jedem Fall recycelt werden (was nur zum geringen Teil mit Plastik möglich ist).

Dennoch, wo wir können, wollen wir auf Plastik verzichten und wir befinden uns auch schon auf dem Weg, dass uns das weitgehend gelingt. Jetzt schon:

a) Die Puder können als Refill in Pergamintütchen (100% abbaubar) gekauft werden.
b) Es gibt bereits 6 Lippenfarben im Gläschen statt Plastikdöschen.

2. Wenn wir unseren Plastikabfall brav in „Gelben Säcken“ abgeben, könnte es eigentlich kein Problem mit der Entsorgung geben, wenn es da nur nicht den „hohen Entwicklungsstand“ der Plastikverpackung gäbe. Sehr oft ist das Plastik kein reines Ein-Plastik-Produkt sondern besteht aus mehreren unterschiedlichen Schichten (mit z.T. Aluminium-Prägungen), die nicht zu recyceln sind sondern verbrannt werden müssen. Bis zum Jahr 2017 konnte man Plastik in den Containern aus China auf ihrem Rückweg unterbringen, die vorher ihre Plastikverpackung nach Europa exportiert haben und jetzt leer wieder zurück nach China hätten gebracht werden müssen. Seit 2018 lehnt China die Plastikeinfuhr ab und alle anderen Schwellenländer nehmen ebenfalls kein Plastik mehr auf. Seit dem hat unsere westliche Industriegesellschaft ein Problem mit Plastik und deshalb wird jetzt so getan, als ginge es um die Umwelt.

3. Natürlich kann man das Problem am ehesten an der Wurzel fassen, wenn man erst gar kein Plastik mehr produziert und wenn ich als Herstellerin von Kosmetik erst gar nicht mehr in Plastik verpacke. An der Stelle finde ich – ohne mich rausreden zu wollen – wichtig, dass wir uns anschauen, dass der Plastikbedarf nur zu 1,8 % von der Kosmetikindustrie nachgefragt wird und das gefundene und untersuchte Mikroplastik nur zu 1,2 % aus Verpackungen der Kosmetik stammt. Der größte Teil des Mikroplastik kommt vom Abrieb der Autoreifen und da speziell von LKW’s. Die Mikroteilchen geraten über den Regen in unsere Böden und unsere Flüsse und Meere. An zweiter Stelle befindet sich die Synthetik-Kleidung. Mindestens an dieser Stelle können wir – jeder einzelne – individuell ansetzen und entweder auf Kunststoffanteile in der Kleidung verzichten oder sie in speziellen Micro-Säcken waschen.

4. Was macht Plastik überhaupt mit uns Menschen?
In den folgenden Punkten beziehe ich mich auszugsweise auf einen Artikel von Sandra Leinfelder in „Welt der Wunder“:

Bisphenol A: Wirkt wie ein weibliches Hormon.
Die Chemikalie Bisphenol steckt in Lebensmittelverpackungen, CDs und Plastikgeschirr; in Babywaren wie Flaschen und Schnuller ist sie mittlerweile verboten – EU-weit. Bisphenol A wirkt wie ein weibliches Hormon und das kann fatale Folge haben: Männliche Kinder können im Erwachsenenalter eine geringere Spermienzahl aufweisen und bei Mädchen kann die Periode früher einsetzen.

Phthalate: Verändern die genetische Information.
Phthalate sind Weichmacher, die beispielsweise in Folien, Fußbodenbelägen, Sport- und Freizeitartikeln stecken können. Über Ausdunstung gelangen sie in die Umwelt und in unseren Körper, wo sie beispielweise unser Gehirn oder Immunsystem verändern können. Experten warnen, dass sie auch krebserregende, hormonähnliche und fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften haben. Vor allem Diethylhexylphthalat (DEHP), das lange Zeit am häufigsten verwendete Phthalat, stand aufgrund seiner gefährlichen Wirkung in der öffentlichen Diskussion und wurde mittlerweile in Babyartikeln, Spielzeug und Kosmetika verboten. Auch die Weichmacher mit dem komplizierten Namen Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) sind kritisch. Sie sind in vielen Kunststoffen wie Kabel, Wasserbällen, Gummistiefeln oder Badelatschen enthalten. … Wer trägt im Sommer keine Flip-Flops?

Auch die PET-Flasche hat den Ruf, Weichmacher zu enthalten. Das ist jedoch ein Irrglaube – PET steht für Polyethylenterephthalat, ein Kunststoff, der auch in anderen Lebensmittelverpackungen steckt. Die teils hormonähnlich wirkenden und viel diskutierten Phthalate dagegen werden nicht bei der Flaschenherstellung eingesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt im Hinblick auf die Getränkeflaschen Entwarnung: „Der Vergleich zwischen Mineralwässern aus PET-Flaschen und solchen aus Glasflaschen zeigte keinen Unterschied hinsichtlich der in Zellkulturen gemessenen östrogenen Aktivität.“ Es ist also nicht davon auszugehen, dass der – ohnehin geringe Anteil – der hormonähnlichen Substanz auf die Plastikflaschen zurückzuführen sei.

Sind Geschirr aus Bambus und Mais wirkliche Alternativen?
Viele Umweltbewusste ..(natürlich auch ich) … möchten ganz sicher gehen und bringen neuerdings ihren eigenen wiederverwendbaren Coffe to go-Becher aus Bambus oder Maisstärke mit und lassen ihn im Café auffüllen. Sie sind leicht, gehen nicht kaputt und haben gleichzeitig den Ruf, schadstofffrei zu sein. Obendrein sind sie auch noch spülmaschinenfest. Doch was genau steckt hinter dem Öko-Trend und wie sinnvoll ist diese Alternative?

Öko-Test hat das Geschirr aus Bio-Kunststoff genauer unter die Lupe genommen – das ernüchternde Ergebnis: Alle Produkte fielen durch, da sie nicht – entgegen der Angaben – ausschließlich natürliche Bestandteile enthielten. Demnach gelinge es bisher nur wenigen Produzenten, komplett auf Synthetik zu verzichten. „Hersteller vermischen Bambusfasern und Stärkepulver in der Regel noch mit Anteilen an Melaminharz (Melamin-Formaldehyd-Kondensationsharzen) oder Polylactat, um dem Material beständige Form und Festigkeit zu geben“, berichtet Öko-Test auf seiner Homepage. Doch wie schädlich sind die synthetischen Zusätze? Problematisch sind die Grundstoffe von Melaminkunstharz, die sich beim Erhitzen lösen und in Essen und Getränke übergehen. Melamin soll die Nieren lebensbedrohlich schädigen, indem es Kristalle im Urin bildet.

Ob aus gesundheitlichen Gründen oder der Umwelt zuliebe: Jeder sollte versuchen, Plastik im Alltag weitestgehend zu vermeiden – denn immer noch trägt der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zufolge 37 Kilogramm im Jahr. Ein kompletter Verzicht ist fast unmöglich, aber wer kreativ ist, kann in vielen Bereichen gegen die Müllberge ankämpfen. Und es geht es ja auch nicht unbedingt um das perfekte Ergebnis.

Für mich geht es darum, bewusst zu konsumieren und sich Gedanken zu machen, ob es nicht auch Alternativen gibt. In diesem Sinne arbeiten wir weiter daran, unsere Verpackungen zu verändern. Bis jetzt sind unsere nachhaltigen Umwelt-Alternativen diese Schritte, die gar nicht so klein sind:

1. Puder in Refill-Tütchen aus Pergamin (100% abbaubar) – zumindest bei Nachkäufen – mit 5 g bestellen.
2. Wenn wir es eingeführt haben, was i.M. noch ein Abnahme-Problem ist, die Puder im Glas bestellen.
3. Vom Lippenstift auf den wesentlich preisgünstigeren „Mini Lip“ im wiederverwertbaren Glas umsteigen.
4. Auf die Sekundärverpackung (weißer Umkarton) verzichten (geht mit einem Häkchen bei der Bestellung im Shop).

Bei Produkten, die wir von anderen Herstellern beziehen:

1. Wir kaufen keine Produkte mit Alu-Verschluss, weil die Aluminium-Produktion extrem Mensch- und Naturschädigend ist (auch wenn sie als recyclebar und wiederverwertbar bezeichnet wird).
2. Wir verzichten auch bei unseren Wiederverkaufsartikeln (Vegane Pflege) auf Plastikverpackungen und sind deshalb z.B. auf feste Shampoos umgestiegen. Unser Angebot an Pflege und Haarwaschmittel hat sich deshalb stark reduziert.

An der Wurzel allen Übels zu arbeiten, ist wirklich schwer, solange die Welt auf Profitmaximierung eingestimmt ist. Aber ich bin sicher, dass es in der Zukunft leichter werden wird. Wir dürfen nur den Fokus auf eine gesündere Welt für uns alle – Menschen, Tiere, Böden, Wasser, Luft - nicht verlieren. Wir müssen alle einfach viel kritischer und aufmerksamer werden und bewusster konsumieren. Vor allem aber sollten wir unseren täglichen Konsum drastisch reduzieren. Fast food und fast cloth dürfen genauso der Vergangenheit angehören wie Einkäufe, die aus Massentierhaltung und Ausbeutung globaler Ressourcen stammen. Wir haben es in der Hand!

Von Herzen für Euch gleich zu Beginn des Jahres 2020 zusammengetragen und geschrieben.
Karin Hunkel

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