INCI-Check: So schädlich sind diese 5 Kosmetik-Inhaltsstoffe

Glycerin_Statue

In unserem INCI-Check stellen wir dir 5 kritische Kosmetik-Inhaltsstoffe vor. Lies hier, worauf du beim Produkt-Kauf achten solltest.

Mittlerweile wissen wir es alle: Herkömmliche Kosmetikprodukte können Silikone, Nanopartikel und Mikroplastik, sowie etliche weitere potenziell ungesunde Substanzen enthalten. Mit zertifizierter Naturkosmetik bist du auf der sicheren Seite. Aber auch Hersteller konventioneller Kosmetik sind verpflichtet, die verwendeten Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu listen.

Die Bezeichnung der einzelnen Stoffe richtet sich dabei nach der internationalen Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe — oder abgekürzt: INCI. Doch diese Stoffbezeichnungen klingen manchmal etwas kompliziert.

Denn woher sollen wir wissen, dass sich hinter Dimethicone eigentlich Silikone verbergen und es sich bei Quaternium-15 um einen in der Kritik stehenden Formaldehydabspalter handelt? Falls du dich gerade fragst, was Letzteres überhaupt bedeutet, keine Sorge. 

Mit unserem INCI-Check hat das Rätselraten beim Entziffern des Kosmetik-Etiketts ab jetzt ein Ende. 

Gift für die Haut? 5 bedenkliche Kosmetik-Inhaltsstoffe im INCI-Check 

Sind Silikone nun schädlich oder nicht? Und warum steht Titandioxid in Nanopartikeln in der Diskussion? Bei der schieren Menge potenziell schädlicher Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten kann man schon mal den Überblick verlieren. Wir konzentrieren uns heute auf fünf Stoffe, die besonders häufig verwendet werden und sehen uns an, wie sie auf Haut, Umwelt und Gesundheit wirken.

Diese 5 Inhaltsstoffe schauen wir uns genauer an:

  • Silikone
  • Parabene
  • Mikroplastik
  • Formaldehydabspalter
  • Nanopartikel 

1. Silikone: Glatt-Effekt mit Nebenwirkungen?

Diese flüssigen Kunststoffe sind (fast) überall drin. Ob in Shampoo oder Bodylotion, Lippenstift, Eyeliner oder Haarspülung — bei vielen konventionellen Kosmetika stehen Silikone auf der INCI-Liste.

Aus Sicht der konventionellen Kosmetikindustrie eignen sie sich ideal für den Einsatz in Kosmetikprodukten. Beispiel Haarpflege: Da sich Silikone wie ein Film um die Haare legen, wirkt das Haar glatt, glänzend und geschmeidig. In Cremes sorgt Silikon für ein weiches Hautgefühl und schützt durch seinen wasserabweisenden Schutzfilm vor Feuchtigkeitsverlust. Der wasserfeste Eyeliner, mit dem sich so eine herrliche Linie zeichnen lässt, kommt ohne Silikone nicht aus und fast alle wasserfesten Mascara brauchen Silikone als Inhaltsstoff, um Wasser und Schweiß abperlen zu lassen. Das ist es doch, was die Konsumentin will.

Aber das Ganze hat gleich mehrere Haken.

  • Build-Up-Effekt: Werden silikonhaltige Haarpflegeprodukte wiederholt angewendet, kann eine Silikonschicht auf dem Haar entstehen — der Nährstoffaustausch wird erschwert, Pflege und Feuchtigkeit können nicht mehr gut aufgenommen werden. Das Haar sieht zwar gesünder aus, doch der tatsächliche Haarzustand bleibt unverändert. Außerdem stehen Silikone im Verdacht, auf Dauer bei manchen Menschen die Schuppenbildung zu begünstigen.
  • Gleiches gilt für die Haut. Da sich die Struktur des Silikons von der unserer natürlichen Hautfette unterscheidet, erkennt die Haut es als Fremdkörper. Auf lange Sicht kann die Haut verlernen, ihre eigene Lipidbarriere zu bilden, wird trocken und benötigt immer mehr "Pflege".

Diese Kosmetik-Inhaltsstoffe verweisen auf Silikone:

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Stoffen, die unter dem Sammelbegriff "Silikone" gefasst werden. Im Allgemeinen hilft es, sich beim INCI-Check an den Endungen -icone, -methicone und -iloxane zu orientieren.

Beispiele für häufig verwendete Silikone sind Amodimethicone und Dimethicone.

Als Faustregel gilt: Je weiter hinten ein Inhaltsstoff in der INCI-Liste erwähnt wird, desto weniger ist davon im Produkt enthalten.


Glycerin statt Silikon? Warum das eine umstrittene Alternative ist!

Hersteller zertifizierter Naturkosmetik verpflichten sich, auf den Einsatz von mineralölbasierten Inhaltsstoffen wie Silikone zu verzichten. Doch auch hier solltest du genauer hinsehen. Denn oft wird stattdessen Glycerin verwendet.

Bei Glycerin handelt es sich um einen Zuckeralkohol, der unter anderem als Nebenprodukt bei der Seifenherstellung entsteht. Glycerin kann auch pflanzlich (aus Bio-Diesel, Kokosöl oder Palmöl) sowie synthetisch aus Erdöl gewonnen werden. Als Inhaltsstoff ist er in der Naturkosmetik und der konventionellen Kosmetik gleichermaßen beliebt, wobei Naturkosmetikhersteller darauf achten, nur Glycerin von Pflanzen aus kontrolliert-biologischem Anbau zu verwenden.

Denn Glycerin gilt als Feuchtigkeitsspender, der die Haut gleichzeitig vor Feuchtigkeitsverlust schützt — oder etwa nicht?

Das Funktionsprinzip von Glycerin ist einfach:

  • Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, holt sich Glycerin Feuchtigkeit aus der Luft, um sie in der oberen Hautschicht zu binden, die Haut wird hydratisiert.
  • Bei trockener Umgebungsluft funktioniert das jedoch nicht mehr so gut. Um die oberen Hautschichten mit Feuchtigkeit zu versorgen, greift Glycerin in diesem Fall auf die Feuchtigkeit im Bindegewebe zurück.

Die Haut wirkt oberflächlich weich, verliert jedoch in den unteren Hautschichten lebenswichtiges Wasser. Nicht das, was wir wollen, oder? Doch nicht alle glyzerinhaltigen Kosmetika sind automatisch schädlich. Liegt der Anteil des Zuckeralkohols unter zehn Prozent und enthält das Produkt genug Wasser und pflanzliche Öle, trocknet es die Haut nicht aus.

Für den INCI-Check gilt: Kommt Glycerin möglichst weit hinten in der Zutatenliste vor, ist normalerweise Entwarnung angesagt. 

2. Parabene: Machen diese Kosmetik-Inhaltsstoffe krank?

In herkömmlicher Kosmetik werden sie oft als Konservierungsstoffe verwendet, doch Parabene gelten aufgrund ihrer potenziell hormonähnlichen Wirkung als umstritten. Da die chemische Struktur von Parabenen dem des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen ähnelt, stehen sie im Verdacht, das menschliche Hormonsystem zu beeinflussen.

Forscher stellten in Studien (https://www.google.com/url?q=https://doi.org) eine Verbindung zwischen Parabenen wie Butylparaben, Propylparaben, sowie Ethylparaben und hormonellen Störungen her. Zu dem Schluss, dass Parabene sich im Körper anreichern, kommt auch eine US-amerikanische Studie (https://www.cdc.gov/biomonitoring/pdf/Parabens_FactSheet.pdf) mit mehr als 2500 Teilnehmern. 2004 sorgte außerdem eine Studie (https://doi.org/10.1002/jat.958) für Aufsehen, die Parabene im Tumorgewebe von Brustkrebspatienten nachweisen konnte. Von einem ursächlichen Zusammenhang zwischen Parabenen und Brustkrebs geht die Wissenschaft derzeit jedoch nicht aus.

Fazit: Auch wenn in der EU strenge Grenzwerte für den Einsatz von Parabenen gelten — dass sie sich im Körper anreichern, gilt als bewiesen. Wie genau sie dort wirken, ist noch nicht abschließend geklärt. Grund genug für viele Hersteller, auf den Einsatz von Parabenen zu verzichten. Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für Naturkosmetik. Dort sind Parabene verboten.

So erkennst du Parabene auf der INCI-Liste

Glücklicherweise sind Parabene als Kosmetik-Inhaltsstoffe leicht zu identifizieren. Sie enden auf -paraben.

Der Verbraucherschutz warnt insbesondere vor Butylparaben und Propylparaben, die bereits seit 2015 nicht mehr in Babycremes und anderen nicht-abwaschbaren Kosmetikprodukten für Kinder eingesetzt werden dürfen. Weitere Parabene sind Methyl- und Ethylparaben.

3. Mikroplastik im INCI-Check: Kritisch für Umwelt & Gesundheit!

Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige, synthetisch hergestellte Kunststoffe (Polymere) mit einer Größe von weniger als 5 mm³ und einem großen Problem: Sie sind nicht biologisch abbaubar.

Konventionelle Kosmetikhersteller setzen Kunststoffe entweder in flüssiger Form als Füllmittel ein oder nutzen kleine Mikroplastik-Partikel, um einen Peeling-Effekt zu erzeugen. Synthetische Polymere, die kleiner als 1.000 Nanometer sind, müssen dabei als Nanomaterialien deklariert werden.

Deshalb ist Mikroplastik bedenklich für Mensch und Umwelt

  • Mikroplastik (nicht nur) aus Kosmetika gelangt über das Abwasser in Umwelt und Meere, wo es sich schädlich auf die dort lebenden Meeresorganismen auswirkt.
  • Der Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland (BUND) geht davon aus, dass eine Aufnahme von Kunststoffen bei Tieren Entzündungsreaktionen und Gewebeveränderungen hervorrufen kann.
  • Weitere Studien (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/gcb.14020weisen darauf hin, dass Nanoplastik möglicherweise die Blut-Hirn-Schranke und die menschliche Plazenta durchqueren kann.
  • Zu vielen Kunststoffarten (insbesondere flüssige und wasserlösliche Polymere, die für die EU und das Umweltbundesamt nicht zu Mikroplastik zählen) ist die Forschungslage (https://www.sciencedirect.com/sciencenoch sehr dünn und lückenhaft — obwohl Einigkeit darüber besteht, dass diese Kunststoffarten in die Umwelt gelangen.

INCI-Check: Diese Kosmetik-Inhaltsstoffe weisen auf Mikroplastik hin

Eine einheitliche Definition von Mikroplastik (https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de) fehlt bis heute, der Einsatz von synthetischen Polymeren in Pflegeprodukten und Kosmetika ist gesetzlich nicht verboten.

Anders bei zertifizierter Naturkosmetik wie von Angel Minerals.

Weil zertifizierte Naturkosmetik ohnehin auf Paraffine und andere Erdölprodukte (wie synthetische Polymere) verzichtet, kannst du dir sicher sein, dass sie kein Mikroplastik enthält.

Besonders häufig werden in konventioneller Kosmetik folgende Kunststoffe eingesetzt:

  • Polyethylene (PE)
  • Polypropylene (PP)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer

4. INCI-Check: Was sind Formaldeyhdabspalter? 

Formaldehydabspalter sind Substanzen, die langsam und kontinuierlich kleine Mengen an Formaldehyd freisetzen. Letzteres gilt laut Kosmetikverordnung als verbotener (weil krebserregender) Stoff. Seine Wirkung als humanes Karzinogen konnten zahlreiche wissenschaftliche Studien (https://www.greenpeace.de) bestätigen.

Doch Formaldeyhdabspalter werden in Kosmetikprodukten noch immer als Konservierungsmittel eingesetzt. Denn sie betrifft das Verbot der Kosmetikverordnung nicht. Wenigstens gelten für sie strenge Kennzeichnungs-Regeln. Wenn ein Produkt mehr als 0,05 Prozent Formaldehyd in Form von Formaldehydabspaltern enthält, muss dies durch einen Warnhinweis gekennzeichnet werden.

Aufschlussreich sind dabei die gelisteten Kosmetik-Inhaltsstoffe: Formaldehydabspalter erkennst Du an den Namen Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea, DMDM Hydantoin, Sodium Hydroxymethylglycinate, Methenamine, Bronopol, Brondidox, Benzylhemiformal, Quaternium-15. Oft wird die Beigabe verschleiert, da es als Bestandteil eines umfassenderen Inhaltsstoffgemischs getarnt daherkommt. Um es zu finden, muss man nach Inhaltsstoffen wie Hydantoin oder Tensiden wie Sodium Lauryl Sulfat (sls) Ausschau halten, das Formaldehyd enthalten kann.

Insbesondere bei Produkten für die Haarglättung, Nagellack und Nagelhärtern ist beim Einkauf Vorsicht angesagt.

Oder du setzt auf Naturkosmetik. Leider gibt es unter zertifizierter Naturkosmetik auch Anbieter, die Formaldehydabspalter verwenden. Ökotest hat erst im August 2021 bei Eyelinern mit Naturkosmetik-Zertifikat Formaldehydabspalter nachgewiesen. Unser Zertifizierer ICADA würde so etwas nicht tun. Es ist mir schleierhaft, wie die Hersteller das mit ihrem Gewissen vereinbaren. Auch schleierhaft ist mir, dass manche Wiederverkäufer solche Produkte ein- und verkaufen. Ich kann nur immer wieder sagen: Lest, was drin ist!

5. Nanopartikel im Fokus: Deshalb stehen sie in der Diskussion

In einer Liste kritischer Kosmetik-Inhaltsstoffe dürfen Nanopartikel nicht fehlen. Oft werden sie in Verbindung mit Zinkoxid und Titandioxid thematisiert. Zinkoxid verwenden wir in unseren Produkten übrigens nicht. Da es adstringierend und austrocknend wirkt, kann es die Haut schneller altern lassen.

Titandioxid stellt als mineralischer Sonnenschutz eine beliebte Alternative zu oft hormonell wirkenden, chemischen UV-Filtern dar.

Auch wir nutzen Titandioxid in unserem Mineral Make-Up — jedoch nicht in Nano-Größe!

Ein Stoff gilt dann als "Nano", wenn die Partikel eine Größe von weniger als 100 Nanometer besitzen. Kosmetikhersteller sind dazu verpflichtet, die Verwendung von Nanoparts auf der INCI-Liste zu kennzeichnen. Denn die winzigen Nanopartikel gelten als umstritten, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Langzeitstudien fehlen.

Hier das Wichtigste zu Nanopartikeln in Kürze:

Der Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland (https://www.bund.net) geht davon aus, dass Nanopartikel

  • gesundheitliche Langzeitschäden verursachen können (!)
  • vor allem über die Lunge leicht in den Körper gelangen und bis zu 70 % der Partikel dort aufgenommen werden
  • sich im Körper verteilen und unser Immunsystem negativ beeinflussen können
  • die Blut-Hirn-Schranke überwinden, sowie ins Nervensystem und Lymphsystem gelangen können


Darüber, wie Nanopartikel über lange Zeit im Körper wirken, besteht in der Wissenschaft Uneinigkeit.

Für unsere Naturkosmetik sind Nanoparts deshalb absolut tabu.

Fazit: Wissen ist Macht!

Wir haben uns heute 5 Kosmetik-Inhaltsstoffe und ihre Eigenschaften im INCI-Check genauer angesehen. Kosmetikverordnung und Kennzeichnungspflichten haben die Aufgabe, für mehr Transparenz bei Kosmetikprodukten zu sorgen. Trotzdem: Die Angaben auf der INCI-Liste sind manchmal kompliziert und/oder verwirrend.

Als Hersteller zertifizierter Naturkosmetik entscheiden wir uns bewusst gegen Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene, Formaldehydabspalter, Mikroplastik und Nanoparts. Und diese Liste könnte noch viel weiter gehen. Mehr Infos dazu bekommst du übrigens in unserer INCI-Fibel.

Wir stehen für vegane, dekorative Naturkosmetik mit gutem Gewissen.

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